Christian Eglin ist Projektleiter der Regionalwerke AG Baden beim Bau der Fernwärme/Fernkälte in der Badstrasse. Ich treffe ihn auf dem Unteren Bahnhofplatz, wo der erste Graben für die Leitungsführung ausgehoben wird.

Christian, wie schläfst du, wenn nun die Gräben für die Fernwärme und Fernkälte in der Badstrasse aufgerissen werden?

Ich habe rund 15 Jahre Erfahrung im Bereich des Fernwärmebaus, aber ja, diese Ausgangslage hier mitten in der Stadt, in der zentralen Fussgängerzone solche Gräben aufzumachen, das ist schon sehr besonders. Nach dem wir uns nun aber doch sehr intensiv auf diese spezielle Situation vorbereitetet haben, verbringe ich keine schlaflosen Nächte. Eine gewisse Anspannung ist aber schon spürbar.

Was sind denn die Herausforderungen hier in der Badstrasse?

Erfreulich ist, dass rund 80% der Liegenschaften an die Fernwärme/Fernkälte angeschlossen werden. Das führt aber technisch dazu, dass dies eine sehr spezifische Linienführung erfordert.

Erklärt sich damit dieses Zick-Zack durch die Badstrasse, das ich auf den Plänen erkenne?

Das ist tatsächlich so, ja. Hier im innerstädtischen Bereich dehnen sich die Leitungen bis zu 3 Zentimetern aus. Mit diesem Zick-Zack – oder im Fachjargon diesen «Dehnschenkeln» – wird verhindert, dass die Leitungen oder die Isolationen drumherum Schaden nehmen. Dabei hilft in den Ecken eine Dehnmatte, mit der die Leitungen ummantelt werden. Kommt hinzu, dass die Leitungsführung auch auf die bestehenden Leitungen im Boden wie Wasser, Gas oder Strom berücksichtigen muss. Das führt dann zu dieser – zugegebenermassen auf den ersten Blick sehr eigenwilligen – Linienführung.

Das heisst, du erwartest beim Einbau der Fernwärme/Fernkälte noch Überraschungen im Boden?

Überraschungen gibt es immer. Aber seit den 50er-Jahren sind die Leitungen im Erdreich erfasst und die Daten stehen uns heute elektronisch zur Verfügung. Die stimmen meist bis auf zwei/drei Zentimeter genau mit der Realität überein.

Wie stehen die Chancen, dass das erste Baulos Ende Oktober 2024 wie geplant fertig ist?

Diese Chancen stehen meine ich gut. Wir haben nun doch schon einiges an Erfahrungen hier in den Innenstadt gesammelt. Zudem ist sich das zuständige Bauunternehmen solche Aufgaben gewohnt. Und die Bauarbeiter vor Ort sind top. Wir schaffen das!

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